Deutsch   Türkçe   Polski   Française   Español   English   Россию   Български   فارسی   العربية   

K.O.-TROPFEN

Das Thema K.O.-Tropfen gerät in den letzen Jahren immer wieder in die Schlagzeilen der Medien und sorgt dann für einigen Wirbel. Auch in unserer Beratungsstelle melden sich häufig Frauen und Mädchen die vermuten, dass sie vorsätzlich mit Substanzen betäubt und vergewaltigt wurden.
In den meisten Fällen sind die Opfer von K.O.Drogen zutiefst beunruhigt und verunsichert, zudem gibt meistens Erinnerungslücken bis hin zu einer kompletten Amnäsie. Um den Verdacht der Verabreichung von K.O.-Tropfen medizinisch überprüfen zu können, muss eine Blutuntersuchung innerhalb von 12 Stunden nach Verabreichung vorgenommen werden, da die gängigen K.O.-Drogen sehr kurze Halbwertzeiten haben.
Genau genommen handelt es sich bei K.O.-Tropfen-Delikten um zwei Straftaten, einmal die vorsätzliche Verabreichung psychotroper Subtanzen mit dem Ziel das Opfer widerstandsunfähig zu machen,  zum zweiten ist es strafbar, sexuelle Handlungen an einem widerstandsunfähigen Menschen vor zu nehmen. Auch wenn Sie freiwillig Drogen konsumiert haben und einen sexuellen Übergriff ohne Ihre Zustimmung erlebt haben, kann eine Anzeige bei der Polizei sinnvoll sein.

Sollten Sie den Verdacht haben, dass Ihnen oder einer anderen Frau so etwas widerfahren ist, wenden sie sich bitte an unsere Beratungsstelle. Sprechen Sie eventuelle ZeugInnen oder Beobachterinnen an.

Gut zu wissen: Bei Verdacht sofort den Urin sammeln und im Kühlschrank aufbewahren, dieser kann bis zu 48 Stunden auf in Frage kommende Stoffe untersucht werden (auch wenn dies möglicherweise bei einem späteren Gerichtsverfahren nicht anerkannt wird)

Danach kann der Nachweis meist nur über eine aufwändige Haaranalyse erfolgen. Außerdem ist es wichtig, dass Sie sich (auch später) auf Verletzungen, Infektionen oder Spermaspuren untersuchen lassen und damit ggf. notwendige medizinische Maßnahmen ergriffen werden können

ÄrztInnen unterliegen der Schweigepflicht, so dass keine Anzeige erfolgen muss, wenn sie das nicht möchten.

LARA ist Mitglied im Berliner Arbeitskreis Netzwerk Kontra K.O.Drogen

Weiterführende Informationen: www.ko-tropfen-nein-danke.de

Factsheet der Fachstelle für Suchtprävention