Das Projekt ist leider inzwischen ausgelaufen (Juli 2020) !

Wir über uns

Das Projekt LARA KOMPLEX

Der Bedarf nach nachhaltigen Unterstützungsstrukturen und therapeutischen Versorgungsnetzen für komplex traumatisierte Menschen ist weiterhin groß, obwohl sich einiges in der Fachwelt, Forschung und Öffentlichkeit getan hat. Das Projekt LARA KOMPLEX hat das Ziel, die gesundheitliche Versorgung von Frauen*, die aufgrund wiederholter und langanhaltender sexualisierter und/oder physischer Gewalt in ihrer Kindheit schwer traumatisiert wurden, zu verbessern.

Wir BERATEN, BILDEN & VERNETZEN zum Thema KOMPLEXTRAUMATISIERUNG & DISSOZIATION (u.a. Dissoziative Identitätsstruktur/DIS, multiple Persönlichkeitsstörung/MPS, komplexe posttraumatische Belastungsstörung/kPTBS) auch im Kontext von sexualisierter organisierter oder ritueller Gewalt.

Das Projekt ist bei LARA - Verein gegen sexuelle Gewalt an Frauen e.V. angegliedert und im Frühjahr 2018 gestartet. Es wird von Aktion Mensch und der Heidehof Stiftung gefördert. Diese Website ist mit der Unterstützung der Medusana Stiftung ermöglicht worden.

* In der deutschen Sprache gibt es nur weibliche, männliche und manchmal geschlechtsneutrale Formulierungen. Wir fügen an Stellen, in denen es sonst nur die männliche oder weibliche Form gibt, ein Sternchen ein, um einen Raum zwischen weiblich und männlich zu markieren. Das Sternchen bezieht somit ein ganzes Spektrum von Geschlechtern ein, also auch Personen, die sich nicht im konventionellen Sinn als Mann oder Frau begreifen.

Geschichte des Projekts

LARA KOMPLEX ist aus der Praxis heraus entstanden. In der Fachstelle LARA gegen sexualisierte Gewalt an Frauen* die sexualisierte Gewalt erfahren mussten, kamen immer mehr Betroffene, die eine langfristige und schwerwiegende Gewaltgeschichte in der Kindheit hatten und unter deren psychischen Folgen litten. Da solche komplexen Traumafolgen eine besondere Unterstützung benötigen, versuchten wir uns schlau zu machen um den Klient*innen besser helfen zu können.

Es wurde deutlich, dass insbesondere Menschen mit diesen schweren Belastungen kaum hilfreiche gesundheitliche und psychologische Unterstützung finden. Zwei kleine Studien zeigen, dass komplex traumatisierte Frauen sich oftmals nicht ausreichend beraten und unterstützt fühlen, sondern häufig mit Unverständnis und Unglauben konfrontiert werden und Drehtüreffekte erleben (Sommer, 2014; Roth, 2015). Aus verschiedenen klinische Erhebungen (Frommberger & Wirtz, 2013), sowie aus Veröffentlichungen der Betroffenenverbände (Borchert & Ott- Gmelch, 2012; Igney, 2011) wird ebenfalls deutlich, dass eine Basis-Versorgung der komplex traumatisierten Frauen nicht gegeben ist, sondern eher eine strukturelle Retraumatisierung passiert (Gast, 2002, S. 130). Dies hat mehrere Gründe. So wird vielfach die Diagnose der Dissoziativen Identitätsstörung (DIS), die als psychische Folge von kontinuierlichen Gewalterfahrungen vor dem 5. Lebensjahr verstanden werden kann, abgelehnt. Auch Klinikpersonal und ambulante Therapeut*innen kennen die Diagnose z.T. kaum und fühlen sich aufgrund fehlender Erfahrung nicht kompetent genug, um eine Behandlung anzubieten. Dies könnte damit zu tun haben, dass in den psychologischen Studien und Ausbildungen die Diagnose DIS meist nur ein Randthema ist, da sie in der psychologischen Fachwelt zudem umstritten ist. Obwohl die Diagnose bereits seit den 1980er Jahren offiziell anerkannt und in den gängigen Diagnosemanualen (ICD-10 und DSM-IV) zu finden ist, wird immer wieder von namhaften Kliniker*innen und Rechtspsycholog*innen angezweifelt, dass es solche psychischen Phänomene gebe. Dieses Infragestellen tritt bei dieser Diagnose, die mit kontinuierlicher Gewalt – häufig gegen Mädchen* - und oftmals mit Menschenhandel assoziiert ist, verstärkt auf. Es scheint nahezuliegen, dass dies unter andrem einer Abwehr gegenüber möglicherweise unangenehmen Wahrheit assoziiert ist, wie beispielsweise, dass Menschen zu der Ausübung solcher Gewalt in der Lage sind. Gleichzeitig werden in den Argumentationen auch sexistische Klischees bedient. Ein scheinbar verbreitetes Argument ist, dass die Betroffenen sich die teilweise furchtbaren Gewalterfahrungen ausdenken, um mehr Beachtung zu erhalten (bedient die Mythe der hysterischen, lügenden, aufmerksamkeitssuchenden Frau* (Krahé & Temkin 2008). Unter diesen Umständen erscheinen Gewaltbetroffenen abermals als Leidtragende. Wenn sie etwa jahrelang als schizophren fehldiagnostiziert Medikamente und Behandlung erhalten, die nicht hilfreich sind. Wenn sie - dann mit der DIS – Diagnose - oftmals jahrelang auf einen Therapieplatz bei jemanden warten, der_die mit Menschen die Viele sind, Erfahrung hat.

LARA e.V. war und ist für solche Frauen* eine Anlaufstelle, die sie in dieser Situation als Krisenzentrum nutzen. Aufgrund des bestehenden Setting, das auf akute Krisenbewältigung ausgelegt ist, können wir jedoch immer nur Wegbegleiter*innen für ein kurzes Stück der Strecke sein. Oftmals konnten und können wir erst mit viel Mühe und Nerven eine Vermittlung organisieren. Neben dem Beratungsalltag ist diese Mehrarbeit häufig nur durch enormes Engagement möglich. Daher haben wir beschlossen, dass wir ein spezielles Projekt für die Verbesserung der Gesundheitsversorgung von Frauen* die komplexen Gewalterfahrungen machen mussten, aufbauen wollen. Es entstand LARA KOMPLEX. Hierbei verstehen wir uns als Schnittstelle, da wir nicht die psychotherapeutische Behandlung übernehmen können, sondern versuchen, durch die Fortbildungs-, Vernetzungs- und Unterstützungsangebote für Professionelle die Menge derjenigen, die mit der Klientel unterstützt und gut supervidiert arbeitet, zu vergrößern. Für die Betroffenen selbst bieten wir eine Orientierung, kurzfristige Unterstützung, Stabilisation, Beratung und - im besten Fall - Vermittlung an Professionelle an.

Die Förderung (Zeitraum der Förderung: Frühjahr 2018 bis Frühsommer 2020) des Projektes erfolgt(e) durch Aktion Mensch, die Heidehof Stiftung sowie die Medusana Stiftung. Wir versuchen gemeinsam gewonnene Erkenntnisse und Informationen zu teilen und Wissenswertes mit dieser Webseite weiterzugeben. Wir versuchen auch weiterhin Angebote für komplextraumatisierte Frauen* zu verstetigen. Zudem besteht immer die Möglichkeit das reguläre Angebot von Lara e.V. zu nutzen: Beratungsangebote LARA

Kontakt

Kontaktieren Sie uns bitte:

per Telefon: 030 219 64 152

oder besuchen Sie unsere Website: www.lara-berlin.de

Beratung und Terminvergabe:

Mittwoch: 13.00 - 15.00 Uhr

Telefon: 030 219 64 152

Förderung

Links

Es ist möglich Psychotherapeut*innen in folgenden Datenbanken zu finden:

https://www.kvberlin.de/60arztsuche/schnellsuchep.html

http://www.degpt.de/therapeutinnen-suche

https://www.bptk.de/service/therapeutensuche.html

https://www.gptg.eu

https://www.therapie.de

https://psych-info.de/ bzw. http://www.psychotherapeutenkammer-berlin.de

https://www.psychotherapiesuche.de/pid/search

http://traumanetz.signal-intervention.de/therapeutensuche

 

Eine Liste von Kliniken mit Trauma-Spezialisierung ist unter folgendem Link zu finden:

https://www.vielfalt-info.de/index.php/info-material/kliniken

 

Beratungsmöglichkeiten:

https://nina-info.de/berta

 

Informationen zu ritualisierter Gewalt:

https://www.kinderschutz-zentren.org/index.php?a=v&t=f&i=40327

 

Gesellschaften:

https://www.dgtd.de

https://www.degpt.de

https://www.issd.org

https://www.estd.org

https://www.fonds-missbrauch.de

 

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